Meine Gedichte

 

 

 

 Naiv

 

Auf meiner Heide stand ich da,

mein Haupt der Sonne zugewandt,

zufrieden, still, gar unnahbar,

denn Böses hab ich nie gekannt.

 Als plötzlich ein Geräusch erklang,

naiv blieb ich, „das Blümlein“ stehn,

ein Fuß der mich zu Boden zwang,

ließ mich das Böse schließlich sehn.

 

 An Bord (Klimawandel)

 
 
Wir sitzen alle im selben Boot,
so prächtig und eindrucksvoll.
Unsinkbar denkt ihr?
 
Wir sitzen alle im selben Boot,
gefertigt aus dem härtesten Material.
Unsinkbar denkt ihr?
 
Wir sitzen alle im selben Boot,
missachten jegliche Warnungen,
Unsinkbar denkt ihr?
 
Wir sitzen alle im selben Boot,
Unsere Rettungsboote reichen nicht aus.
Unsinkbar denkt ihr?
 
Wir sitzen alle im selben Boot,
welches auf einen Eisberg zusteuert.
Unsinkbar denkt ihr?
 
Noch
Können wir das Ruder herumreißen.
Noch
Können wir den Eisberg umfahren.
Noch!
 
Aber wozu?
Das Boot ist ja unsinkbar.
Unsinkbar wie die Titanic.

 

 

Die Welt schweigt

 
Eine geschlagene Frau,
strebend nach dem Tode.
Dennoch schweige ich
 
Ein Heimatloser,
suchend nach Schutz.
Dennoch schweigst du
 
Ein hungernder Knabe,
hungernd nach Liebe.
Dennoch schweigt er
 
Ein verdurstendes Mädchen,
dürstet nach Liebe.
Dennoch schweigt sie
 
Ein gequältes Wesen,
auf der Suche nach sich selbst.
Dennoch schweigt es
 
Wir sehen dieses Leid,
könnten es verhindern.
Dennoch schweigen wir
 
Ihr erkennt das Unrecht.
Erkennt Richtig und Falsch.
Dennoch schweigt ihr
 
Verzweifelte Menschen,
besteigen die Leiter zum Himmel.
Dennoch schweigen sie
 
Denn die Welt schweigt nun mal.
 

 

 

Mein Name ist Sünde

 
 
Nur stumme Worte, verlassen den
Mund
Ihr braucht nichts erklären, ich kenn euren
Grund
Ihr küsst mich dennoch, seid Sklaven der
Lust
Ihr nennt mich die Sünde, berührt meine
Brust
Ich schenk euch nen Blick, dieser Blick spricht
Bände
Ihr begehrt meinen Körper, spürt meine
Hände
ICH bin die Sünde, der Feind jeder
Frau
Denn ich zieh euch an, wie die Blume den
Tau
Ihr spielt mit dem Feuer, denn ich bin die
Glut
Ich sauge euch aus und trinke das
Blut
Ich hab die Kontrolle und seh es als
Spiel
Ich hol mir den Sieg und ihr seid mein
Ziel
Wir spielten das Spiel, auf Grund eurer
Triebe
Aus Spiel wurde ernst, aus eurer Lust wurde
Liebe
Denn mein Name ist Sünde

 

 

 

Fremd

 
Sie starrt mir entgegen,
Wer mag sie wohl sein?
Ich erhasche ein Lächeln,
Es bewahrt ihren Schein.
 
Ihre Augen
so trübe
Ihr Blick
so leer
Ihre Wimper
so lang
Ihre Lider
so schwer
 
Sie öffnet die Lippen,
Ich kenne den Grund,
Flehende Schreie,
Verlassen stumm ihren Mund.
 
Sie scheint mir vertraut,
Doch kenn ich sie nicht,
Ihr fremdes Lächeln,
Ihr fremdes Gesicht.
 
Warum starrt sie mich an?
Ich kann sie nicht retten,
Man hält sie gefangen,
Gefesselt an Ketten.
 
Sie lächelt noch immer,
Wer mag sie nur sein?
Ich erkenne sie nun,
Sie bewahrt meinen Schein
 
Das Mädchen im Spiegel lächelt,
aber ich lächle nicht wirklich

 

 

 

  

 
 
Wie...
 
Wie ein Baum stehst du da,
Sich wiegend im Winde,
Dein Ich so verborgen,
Wie das Holz von der Rinde
 
Wie ein Baum stehst du da,
Solch kostbarer Fund,
So standhaft und stark,
Wie die Wurzeln im Grund
 
Wie ein Baum stehst du da,
Bei Regen und Wind,
Du bietest mir Schutz,
Wie die Mutter dem Kind
 
Wie ein Baum stehst du da,
Verlangst keinen Lohn,
Du beschützt mich so selbstlos,
Wie der Vater den Sohn
 
Wie ein Baum stehst du da,
neigst dich im Sturm,
Schenkst mir das Leben,
Wie die Rinde dem Wurm
 
Der Wald voller Bäume,
Doch DU bist mein Baum,
Ein Tag ohne dich,
Ist wie die Nacht ohne Traum
 

 

 

Unser Spiel

 
Wir ziehen die Karten,
Die Regeln sind klar,
Das Spiel so gefährlich,
Die Pleite so nah
 
...ich gehe mit...
 
Verrat mir nur eins,
Kennst du das Spiel?
Reizt es dich nur,
Oder hast du ein Ziel?
 
...ich gehe mit...
 
Du antwortest nicht,
Zeigst niemals dein Blatt,
Du zögerst nie lang,
Denn DEIN Spiel läuft glatt
 
...ich gehe mit...
 
Ich ergründ’ deine Augen,
Durchforsch’ deinen Blick,
Blinzelst du nun,
Durchschau’ ich den Trick
 
...ich gehe mit...
 
Dein Ass gut verborgen,
Verrätst du dich nicht,
Du trägst wie so oft,
Dein bestes Gesicht
 
...ich möchte sehen...
 
Nun zeigst du dein Blatt,
Bist als Spieler geboren,
Der Einsatz ‚mein Herz’

Mein Blatt hat verloren

 

 

 

Mama ich rufe dich

 
Sag, kannst du ihn hören,
den Ruf,
der eben noch still
in meinem Kopf,
als Gedanke getarnt,
zu schweigen
versuchte?
 
Er nähert sich dir
schleichend,
von zweifeln gebremst,
von Angst getrieben...
auf leisen
Sohlen,
kaum hörbar
 
Ich möchte ihn halten,
versuche ihn zu
fassen,
doch seine Freiheit genießend,
treibt er davon,
dir entgegen...
bloß ein Gedanke,
der es schaffte
sich aus meinem
Mund
zu befreien
um dich zu erreichen...
er kommt schließlich an,
bei dir.
Dein Ohr hört ihn,
doch dein Herz versteht ihn nicht...

                                         meinen Ruf

 

 


 


 

Dein Lachen                                      so laut...
Hörst du mein Flehen?
Dein Tanz durchs Leben...
Ich versuch’s zu verstehen
 
Dein Gesang
so laut...
Hörst du mich schreien?
Dein Tanz durchs Leben...
Ich kann’s dir verzeihen
 
Dein Jammern
so laut...
Hörst du mich weinen?
Dein Tanz durchs Leben...
Willst mich verneinen
 
 
Dein Gelächter
so laut...
Siehst du mich leiden?
Dein Tanz durchs Leben...
Versuchst mich zu meiden
 
 
Dein Glück
so laut...
Doch siehst du mich sterben?
Hab vergebens versucht
Um deine Liebe zu werben
 
 
Dein Leid
so laut...
Denn nun bin ich fort
Das Ja kam zu spät...
Es war nur EIN  Wort
 
 
Doch das Wort kam zu spät Mama

 

 

                              Ich kenn da nen Engel...
 
 
 
Ich kenn einen Engel,
ich hörte ihn singen,
ein Engel, gesandt,                          
um Liebe zu bringen.
 
Das Böse um uns,
bringt die Welt zum Stehn,
doch solange ER da ist,
wird die Erde sich drehn.                             
 
Ich kenn einen Engel,
ich sah ihn fliegen,
um ihn, viele Teufel,
doch mein Englein wird siegen.
 
Er schwingt seine Flügel,
schafft’s uns den Atem zu rauben,
schwebt hoch in den Wolken,
musst nur daran glauben.
 
Ich kenn einen Engel,
und lieb seine Düfte,
denn nur dieser Engel,
riecht nach der Freiheit der Lüfte.
 
Ich schmeck diese Freiheit,
sie liegt in der Luft,
und wo immer ER ist,
ist genau dieser Duft.
 
Ich kenn einen Engel,
doch ich sehe ihn weinen,
durch das fließen der Tränen,
hört mein Licht auf zu scheinen.
 
 
Das Licht das mir hilft,
meinen Weg zu gehn,
kann ich ohne mein Englein,
nun selbst kaum noch sehn.
 
Ich kenn einen Engel,
doch ich höre ihn leiden,
so stumm und doch hörbar,
und kann’s nicht vermeiden.
 
Doch mein Engel ist stark,
und wird bald wieder fliegen,
denn nichts auf der Welt,
kann diesen Engel besiegen.
 
Ich kenn einen Engel,
und möcht ihn nicht teilen,
denn nur dieses Englein,
kann die Herzen heilen.
 
Aber...
Ihr könnt ihn euch ansehn,
vielleicht bringt er Glück,
genauso wie mir,
jeden Tag, Stück für Stück.
 
Ja....
 
Ich kenn einen Engel,
und der Engel bist DU,
und singst du mein Englein,
dann lausch ich in ruh.
 
Ich lieb einen Engel,
und der Engel bist du,
und weinst du mein Englein,
dann hör ich dir zu.
 
 
 
 
Ja...
 
Ich hab einen Engel,
gewiss, das bist DU,
und fliegst du mein Englein,
seh ich dabei zu.
 
 
 
Und solltest du fallen,
verlass dich darauf,
steh ICH auf der Erde,
und fange dich auf.
 
 
 

Gläubige

Sie betreten die heiligen Hallen,

Kranke Menschen bilden den Altar

Gläubige?

Sie knien auf vergoldeten Bänken,

Heimatlose baumeln von der Decke

Gläubige?

Sie falten die Hände zum Gebet,

Sterbende Kinder verzieren die Wände

Gläubige?

Ein mächtiges Mosaik,

Bestehend aus Leid und Armut

Gläubige?

Jesus am Kreuze so prunkvoll,

Hungernde Familien mit ihm gekreuzigt

Gläubige

Ihr sollt nicht lügen

Ihr sollt nicht töten

Ihr Gläubigen